Heiße Tränen in die Stille der Nacht

Zur Medialität von Nähe und Abwesenheit: Kassettenbriefe als Räume radikaler Intimität

Datum und Uhrzeit
Mi, 1.7.von16:00bis21:00Uhr
Do, 2.7.von11:00bis21:00Uhr
Fr, 3.7.von11:00bis21:00Uhr
Sa, 4.7.von11:00bis18:00Uhr

Ort

GCP

Hochparterre, AIL, Kassenhalle
Georg-Coch-Platz 2, 1010 WienIn Kartenanwendung öffnen +

Abteilung

Medientheorie

Abteilungswebsite +
Abteilungsleitung: Clemens Apprich
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Anfang der 1990er-Jahre reisen Diktierkassetten zwischen einer ostdeutschen Kleinstadt und Wien hin und her. Sie transportieren Stimmen, Sehnsüchte und Geständnisse, die im direkten Vis-à-vis vielleicht nie ausgesprochen worden wären. Aufgrund der räumlichen Trennung nutzen zwei Liebende das Diktiergerät als Ort für radikale Intimität. Theoretisch gerahmt durch das Konzept von Medien als „Sprache der Absenz“ flicken die Kassetten unterbrochene Leitungen und etablieren in der Abwesenheit eine Technik der Verbundenheit. Die Entfernung wird besonders greifbar, wo das Medium selbst in Bewegung gerät: Wenn Nachrichten während der Autofahrt eingesprochen werden, die beide Orte miteinander verbindet, schreibt sich die Distanz akustisch in das Material ein. Die Diktierkassette wird so als Speicher radikaler Subjektivität erlebbar. Diese Kommunikation – im Rahmen des Projekts „SONIME (Sonic Memories: Audio Letters in Times of Migration and Mobility)“ archiviert und analysiert – kann an zwei gegenüberliegenden Stationen gehört werden, die die räumliche Distanz physisch erfahrbar machen. Ein vor Ort bereitgestellter Briefkasten lädt dazu ein, eigene Gedanken und Erfahrungen beim Hören zu teilen.

Eva Kapeller-Hallama

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